Montag, März 23, 2009

Es kann der frömmste nicht in Frieden leben...

Irgendwie hat meine Nachbarin hier in Nashville keinen Sinn für Privatsphäre und zwar ihre eigene. Wenn ich das nun richtig interpretiere, raucht sie nicht in ihrer Wohnung sondern nur auf dem Balkon. Das ist gut und schön. Dabei telefoniert sie aber gerne und folgt dabei gar nicht dem stereotypen Bild, das ich mir von ihr gemacht habe - denn schließlich ist sie Violinistin beim Symphonieorchester. Also ihr Aussehn passt schon zum Bild in meinem Kopf vom zarten Wesen mit der Geige... (grins) aber ihre Stimme trompetet Tag und Nachts ihre gesamten Privatdinge über die Wasser des Cumberland Rivers. Dabei streitet sie sich lautstark mit ihrem Freund/Mann (wer weiß das schon?), bespricht intimste Dinge mit wer-weiß-wem und das in einer Lautstärke, die auch durch meine geschlossene Balkontür dringt. Im Prinzip stört mich das soviel nicht - aber ich frage micht halt, ob sie jemals drüber nachdenkt, wer da so mithört.


Heute morgen habe ich draußen gefrühstückt bei herrlichem Frühlingswetter. Da ging ihre Balkontür und telefonierend hat sie sich mal wieder mit ihrem Typen gefetzt. Ich habe laut mit Geschirr geklappert und gehustet einfach nur damit sie weiß, sie ist nicht allein draußen - aber sie hat es entweder nicht bemerkt oder sich nicht drum geschert. So ist das.

Also weniger ein sich Beschweren - ich kann ganz gut weghören - als ein sich Wundern was so in anderen Köpfen vor sich geht.

Kommentare:

pETRA hat gesagt…

au weia - aber das kenne ich auch - zwar nicht Balkon, sondern Garten, aber dafür umso lauter!
Manchmal hilft nur der mp3-Player!
LG pETRA

Karl-Heinz hat gesagt…

Hallo Bea,
da bin ich froh, dass mein nächsten Nachbarn mindestens 200 Meter Luftlinie von uns entfernt wohnt. Die sehe und höre ich selten oder nie.
Als wir noch in unserem Haus etwas ausserhalb von Chicago lebten, saß man seinem Nachbar doch etwas näher auf der Pelle und dann ist es wichtig, dass man gute Nachbarn hat, sonst können sie Dir auf die Nerven gehen.
Schönes Wochenende,
Karl-Heinz