Mittwoch, Dezember 02, 2009

Sehnenscheidenentzündung

Nun hat es mich also mal wieder erwischt. Es ist schon einige Jahre her - bestimmt an die fünf -, dass ich das letzte Mal eine Sehnenscheidenentzündung hatte. Früher hatte ich das öfter wenn ich wegen meiner großen Übersetzungen viel zu viel tippen musste. Diesmal war es wohl wieder so weit weil ich so viele Hausarbeiten schreiben muss und wegen meines Nervenkostüms ein wenig zu viel gestrickt habe.

Nun ist es mir aber nicht möglich nur weil mir mein Handgelenk ein wenig weh tut, meine Hausarbeiten nicht zu schreiben. Die Nacht auf gestern habe ich nicht nur wegen des Vollmondes furchtbar schlecht geschlafen, sondern auch weil ich wahnsinnige Schmerzen im rechten Handgelenk hatte. Komischerweise ist dies aufgetreten obwohl ich den ganzen Montag unterwegs war, und so gut wie gar nicht getippt habe. Es mag wohl daran gelegen haben, dass ich einen sehr schweren Rucksack immer wieder auf und ab gesetzt habe was ja auch aufs Handgelenk geht. Außerdem waren wir Studenten abends bei einer Professorin eingeladen, und ich habe ihr geholfen das Dessert vorzubereiten.

Dafür habe ich dann circa 14 Birnen geschält und in kleine Scheiben geschnitten. Nach dem Abendessen haben wir dann eine Seminarsstunde nachgeholt und während dessen merkte ich schon wie mein Handgelenk anfing zu pochen. Über Nacht wurde es dann immer schlimmer, so dass ich schon um 5.00 Uhr morgens aufgestanden bin und darauf gewartet habe, dass das Student Health Center aufgemacht. Ich habe dann um 8.00 Uhr dort angerufen und habe für 8.45 Uhr schon einen Termin bekommen. Zum Glück war David gerade in Nashville, so dass er mich hinfahren konnte und ich keinen Parkplatz suchen musste. Hätte ich im Parkhaus parken müssen, wäre ich wohl nicht pünktlich gewesen, denn mit Hinfahrt, durch den Berufsverkehr, und einem Fußmarsch vom Parkhaus zum Student Health Center, der circa 10 min dauert, wäre das nicht zu schaffen gewesen.

So habe ich nun ein entzündunghemmendes Mittel und eine Schiene für das Handgelenk bekommen. Außerdem hat mir der Arzt noch gesagt das ich möglichst nicht tippen soll. Das ist in dieser Situation aber so gut wie unmöglich. Darum musste ich mir etwas anderes einfallen lassen. Als ich früher dieses Problem hatte, noch in Deutschland, gab es die Möglichkeit, dass mein Mann für mich getippt hat wenn ich ihm den Text diktierte. Im Moment schreibe ich aber Hausarbeiten auf Deutsch und das kann er leider nicht. Vor circa 15 Jahren hatte ich in Deutschland für meine Übersetzungen auch schon ein Diktierprogramm; ich glaube es war von IBM. Es war ziemlich anstrengend, das Programm zu trainieren und es hat noch viele Fehler gemacht. Daran habe ich mich gestern erinnert und im Internet recherchiert. Und ich bin tatsächlich fündig geworden. Es gibt ein Programm für den Macintosh, das MacSpeech heißt. Das habe ich mir dann gestern ganz schnell für ganz viel Geld gekauft. Leider gab es das Programm im Laden nur für die englische Sprache und ich musste mir über das Internet noch ein Upgrade für internationale Sprachen kaufen. Das habe ich dann per Fedex Overnight schicken lassen, so dass es heute Nachmittag ankam.

Nach dem heutigen Seminar habe ich es dann ausgepackt, installiert, das Mikrofon kalibriert und das Programm auf meine Stimme trainiert. vor 15 Jahren mit dem alten Programm hat das ein paar Stunden gedauert. Heute war ich innerhalb von 10-15 min damit fertig und konnte diesen Blogeintrag, der ja nicht gerade kurz ist, damit direkt in das Fenster von Blogger diktieren. Davor habe ich schon zwei Seiten von meiner nächsten Hausarbeit direkt in Microsoft Word diktiert. Natürlich ist nicht alles perfekt, was MacSpeech hier auf dem Bildschirm produziert, aber ich bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden, um nicht zu sagen, ich bin von diesem Programm begeistert. 15 Jahre Produktentwicklung machen doch eine Menge aus. Der Fortschritt auf diesem Gebiet ist unglaublich. Ich würde sagen, ich habe in diesem langen Eintrag vielleicht 10-20 Korrekturen an Wörtern vornehmen müssen ich finde das ist bei so vielen Wörtern, die ich nicht Buchstabe für Buchstabe eintippen musste, ein fantastisches Ergebnis.

Und nun werde ich mein entzündunghemmendes Mittel für die Nacht nehmen und mich entspannt schlafen legen, denn jetzt ist mein Distress vorbei weil ich weiß das ich es schaffen werde meine Hausarbeiten zu schreiben beziehungsweise zu diktieren.

In diesem Sinne: Horrido (natürlich ein Wort, das das Programm nicht kennt)

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